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Intuition, Empathie und Herz

Fast ein Monat ist vergangen. Was machen meine „guten Vorsätze“? Gerade wohl Urlaub J Ich rauche noch. Und es stört mich extrem. Ich stinke, ich huste und meine Lunge pfeift. Heute soll der letzte Tag sein. Mal sehen wie es läuft.

 

Den Termin mit meinem potenziell neuen Therapeuten, habe ich verschieben müssen. Die Thematik steht aber ganz oben auf meiner To-Do-Liste. Der neue Termin steht für Anfang Juni.

 

Gestern hätte ich wieder einen Tandemsprung machen können. Auch das habe ich abgesagt. Nicht dass ich Angst gehabt hätte... aber ich wollte eigentlich nicht. Ich habe den Termin nur angelegt, weil meine Mutter meinte, ich solle ihn nicht verfallen lassen. Abgesehen davon, dass der Gutschein noch bis 2020 gültig ist (...) wollte ich es wohl einfach hinter mich bringen. Wirkliches „Wollen“, war das aber nicht. Dadurch habe ich jetzt am Wochenende gelernt, dass ich nichts tue, was ich nicht will. Sehe ich ggf. trotzdem eine Notwendigkeit in einer Sache, obwohl ich es eigentlich nicht will, bin ich in der Lage dieses „etwas“ zu etwas zu machen das ich will. Sei es ein neuer Kredit, um mein Studium zu finanzieren. Obwohl ich eigentlich mit dem Thema Kredit durch sein sollte. Sei es das Rauchen. Oder andere Dinge. Nur wenn ich will, dann passiert es auch. Ohne jegliche Motivation, brauche ich erst gar nicht anzufangen zu versuchen etwas in Gang zu bringen. Da war die Woche sehr lehrreich für mich. Gestern war es mir wichtiger, gesund einzukaufen und für mich zu kochen (da ich unter der Woche, wenn ich viel arbeite, keine Energie mehr übrig hab um halb neun abends die Pfannen zu schwingen), anstatt nach Grefrath zu fahren und 2-3 Stunden drauf zu warten aus einem Flugzeug zu springen. Dass ich das erkannt habe, macht mich stolz. Das war nicht immer so.

 

Was ist letzten Monat noch passiert? Nach der Trennung habe ich mich abwechselnd mit vielen Freunden getroffen. Nicht weil ich mich allein gefühlt habe, sondern weil ich hören wollte, wie die anderen reagieren. Ob das was ich denke, wenn ich es ausspreche, verrückt klingt. Aber sie waren alle verständnisvoll. Dann wird das gerade wohl alles auch seine Richtigkeit haben.

 

Anfang Mai war ich auf dem 2. Kölner Fachtag LUST+RAUSCH. Großes Thema war Chemsex. Hier ein Link mit einem Interview eines „Kollegen“, der die Thematik gut beschreibt.


 

 

Neben den arbeitsreichen Tagen, konnte ich mich Herrn Hüther nochmal widmen. Ich habe einen grandiosen Vortrag gefunden. 

Bitte nehmt euch die halbe Stunde. Mich hat es sehr motiviert, etwas zu verändern.

 

 

Beim Durchstöbern meiner Unterlagen, bin ich auf einen Zettel gestoßen (siehe Bild). Diese Notiz ist aus meiner Therapie. Mit Knetfiguren sollte ich meine Eigenschaften in verschiedenen Formen und Farben darstellen. Als alle Hauptcharaktere fertig waren, sollte ich sie zusammendrücken, und zu einer bunten Kugel kneten. Das war ich. Eine bunte Mischung aus allen Fähigkeiten, Dingen die mir wichtig sind, Eigenschaften, Gefühlen und Wünschen. Von dem einen sieht man mal mehr, etwas anderes verbirgt sich ggf. im Inneren. Die Aufzählung hat mich sehr gewundert. Zuverlässigkeit, Vorsicht, Ehrlichkeit, Selbstwert/Bestätigung von außen, Flexibilität, Harmonie, Scham, Kreativität, Ausdauer.

 

Ich habe ganz vergessen, dass ich vor über einem halben Jahr schon diese Dinge für wichtig gehalten habe und als Teil von mir verstehe. Über das Choaching Anfang des Jahres, sind mir diese Eigenschaften wieder vor Augen geführt worden. Ich hatte sie vergessen. Bzw. hatte ich sie nicht auf meine beruflichen Ziele angewendet. Geschweige denn, sie für mich angenommen, gestärkt oder gelebt. Mittlerweile habe ich sie wieder vor Augen. Und jeden Tag nehme ich sie wichtig. Aktuell ggf. in gekürzter Fassung, aber die Worte bedeuten sehr viel für mich. Was zeichnet mich aus? Diese Frage hätte ich früher schwer beantworten können. Ich hätte sicher nur berufliche Qualifikationen nennen können. Nach der Therapie ggf. noch zwei drei Dinge, die aufgetaucht sind. Aber richtig gelebt, gefühlt und aktiv in der Umsetzung? Dafür habe ich nicht tief genug gegraben. Aber jetzt die Sache schon anders aus.

 

Wenn ich jetzt gefragt werde kann ich sagen:

  • Intuition
  • Empathie
  • Herz

 

Intuition sehe ich hier nicht nur als Bauchgefühl. Auch als aus der Erfahrung Gelerntes – also Lebenserfahrung. Nichtsdestotrotz höre ich immer wieder auf mein Bauch- und Körpergefühl und ich kann mich oft darauf verlassen.

 

Empathie, Einfühlungsvermögen. Nicht nur für andere, sondern vor allem für mich. Was ist mir wichtig, was brauche ich, meine Würde, die Würde anderer, also auch Toleranz und Höflich- bzw. Freundlichkeit.

 

Herz soll nicht nur naiv sein -  wohlwollend. Auch mutig. Handeln trotz Angst. Fehlern machen dürfen und neugierig bleiben. Experimentierfreudig und doch risikobewusst. Herz bedeutet für mich auch Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit. Genauso wie Kreativität, spontan sein können und doch bedacht zu sein. Aktiv und flexibel und unabhängig. Offen sein, nicht verurteilen und trotzdem unrechtes, destruktives oder z.B. gesundheitliche Zumutungen ablehnen bzw. widerstehen. (Wo wir wieder beim Thema Rauchen wären :) 

 

Mit diesen Worten gehe ich in den Sonntag :)

Barfuß versteht sich. Und laufe gleich meine erste Runde im Vorderfußlauf. 

 

Mehr dazu hier:

 



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