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Tabula rasa oder Nägel mit Köpfe

 

Da habe ich mir aber Zeit gelassen :) Mein letzter Blog-Eintrag ist schon Monate her. Seit dem habe ich zwar den einen oder anderen Artikel geschrieben und das Interview mit Suchttherapeutin S. Gummersbach (Link folgt sobald ich die Freigabe habe)... aber gebloggt habe ich nicht. Es ist viel passiert. Und ich habe viele neue Eindrücke, Ideen und Ansätze mitbekommen, denen ich gefolgt bin und die mich stärken. Zu erst hatte ich vor, meine Notizen der letzten Wochen in viele neue Blog-Einträge zu übertragen. Doch dann habe ich mich für diese Zusammenfassung oder diesen Fazit hier entschieden.

 

Also, was ist passiert? Ich habe die Nachsorge-Stelle gewechselt. Von der Alteburger zur Aidshilfe Köln. Eine gute Entscheidung. Nicht weil die Therapeutin nichts drauf hätte... nein nein, sie ist klasse. Aber ich konnte mich mit der Gruppe nicht austauschen. In der Aidshilfe schon. Hier finde ich Menschen, die ähnliches erlebt haben und ein ähnliches Leben führen, mit denen ich mich mehr identifizieren kann - von denen ich mehr erfahren und lernen kann. Der Austausch klappt einfach besser. Das war im Januar... vorher noch, über die Weihnachtstage, habe ich mich gegen die Weiterbildung zum Medienfachwort entschieden. Ich möchte nicht mehr in einer Werbeagentur oder ähnliches sitzen. Ich möchte mich sozial engagieren. Meine Erfahrungen teilen und meine Fähigkeiten in diesem Bereich ausbauen. Über SHALK scheint es aktuell noch schwierig, da die Förderung für eine Vollleitstelle oder 80%-Stelle keine Bewilligung findet... aber hier hat sich auch etwas neueres heraus kristallisiert (späterer dazu).

 

An Karneval habe ich einen Abend leicht mitgefeiert. Und es hat seit gut geklappt. Meine Freunde waren mir hier auch eine große Hilfe. Daher war das sehr entspannt und ich konnte selbst entscheiden ,wie lange ich mitmache, und wann ich es für nötig halte zu gehen wenn es mir doch zu viel wird. Alkohol floss, aber nicht über meine Lippen  :)  

 

Im März habe ich mir über das Arbeitsamt einen Coach bewilligen lassen. Ich wollte wissen, was sich da an Jobqualitäten in meinem Unterbewusstsein verstecken, an die ich noch nicht ran komme. Direkt nach der ersten Stunde bekam ich die Aufgabe, meine Werte und Wünsche (für mich persönlich) zu definieren. Und dann diese auf die Arbeitswelt zu übertragen. Der absolute Hammer. Mir wurde schlagartig bewusst, dass ich nicht mehr als Online-Marketing-irgendwas arbeiten wollte. Ich muss in den sozialen Bereich. Vielleicht auch als Berater und so, aber auf jeden Fall nicht zurück. Ich konnte meine persönlichen USP's aufstellen und erkennen, dass ich: zuverlässig, ehrlich, mutig (mutig auch im Sinne von offen, kreativ, flexibel, spontan, experimentierfreudig, aktiv...), sensibel/empathisch und freundlich bin. Und, dass ich dort arbeiten möchte, wo mir diese Qualitäten auch entgegen gebracht werden. Das war sozusagen der Durchbruch überhaupt.

 

Von hier aus stand der Entschluss fest. Aber um in diesem "sozialen Bereich" tätig werden zu können, sollte ich schon etwas in diesem Bereich gelernt haben... daher sehe ich es für nötig an in diesem Bereich zu studieren: Soziale Arbeit und Sozialpädagogik ist gerade dieser nötige Türöffner den ich brauche. Nach einigen Recherche-Stunden habe ich "meine" Uni gefunden: die HS Düsseldorf :) hahahaha... von Köln, nach Krefeld, nach Düsseldorf. Der Hammer :) Aber ja, so soll es sein.  Oh, dass ich nach Krefeld ziehen will, weiß noch keiner oder? :) Ja, ich muss sparen. Und die Kölner Wohnungen sind mir zu teuer, das kann ich mir nicht leisten. Und wenn das mit dem Job in Duisburg klappen soll, dann möchte ich auch näher dran sein. Und wenn das mit Düsseldorf klappt, dann bin ich um einiges näher dran. Und hey, 6 Euro den qm statt 13 ist ein Unterschied! :) Deshalb geht es zu Ende Juli nach Krefeld. Ins Haus meiner Eltern. Auch Wahnsinn. Aber da wird bald eine Wohnung frei. Und so spar ich mir auch die Kaution. Was will ich mehr? Sparen, studieren, lernen, und Ruhe. Ich brauche denke ich erstmal Abstand von Köln und den Trubel und den Tourismus. Zumindest unter der Woche kann ich gerne darauf verzichten. Am Wochenende komm ich eh nach Köln um Freunde zu besuchen. Daher bin ich ja nicht aus der Welt. Wir reden hier schließlich nur von 45min. mit der Bahn.

 

Also? Was noch?   

 

Ich bin auch seit kurzem wieder Single. Das lässt sich schwer in Worte fassen und möchte das Thema hier auch (noch) nicht breit treten. Aber es ist besser so. Es gab keinen großen Streit und keiner ist fremd gegangen. Aber so, befürchte ich, ist es erstmal besser so. Und der geplante Umzug nach Krefeld hatte damit auch nichts zu tun... 

 

Ich arbeite auch wieder :) Auch was Neues... in Neuss :) Als Verkäufer / Berater im Barfußlaufen leguano. Tolle Arbeitszeiten, Bezahlung stimmt, und ich habe noch genügend Freizeit, da es nur eine 32-Std-Woche ist. Den Rerst der Zeit kann ich mich um SHALK kümmern und ansonsten um mich. Die Selbsthilfe vernachlässige ich leider gerade, da ich Mittwochs oft arbeiten muss. Aber ich habe ja auch noch die Nachsorge und viele Bücher! Stephanie Stahls "Das Kind in dir muss Heimat finden", ein Buch mit dem Titel "traut euch zu denken"... die Autoren weiß ich nicht mehr, Peter Bier "wie wollen wir leben?" und Gerald Hüther "Würde" haben mich nochmals kilometerweit nach vorne gebracht. 

 

Und so stehe ich hier: mit allen Möglichkeiten und Optionen. Arbeiten, studieren, lesen, leben. Umzingelt von vielen Zetteln mit Ideen und Ansätzen, to-dos und Dingen an die ich noch denken wollte :) Das alles sortiere ich nochmal und füge hier, sobald ich dazu komme, Blog-Einträge hinzu. Aber es läuft, und es läuft gut. Ich habe ein gutes Gefühl und langsam auch wieder Vertrauen in mich und mein Können und meiner Energie. Ich schone mich, ich lade meine Akkus auf und ich hau richtig rein :)  Seit der Trennung habe ich zwar wieder geraucht... aber keine Gedanken an Alkohol verloren. Heute höre ich wieder mit dem Rauchen auf... oder? Ein Freund meinte, ich solle mir keinen Druck machen... wenn ich das gerade bräuchte, dann bräuchte ich das halt... Hauptsache der Alkohol kommt nicht wieder ins Spiel. Ich könnte mir schon wieder ne Schachtel holen... aber ich lasse es! Ich fange nach dieser kurzen Woche sogar wieder an, mich räuspern zu müssen! Der Wahnsinn. N halbes Jahr nicht geraucht und nach einer Woche klinge ich wieder wie am Anfang. Die Bronchien lassen grüßen. Das darf nicht sein!

 

Also, Arsch hoch & Brust raus.

Heute Mittag habe ich mein Erstgespräch bei einem Psychotherapeuten nahe Krefeld. Mal gucken, ob ich den nehme :) Da nächsten Monat die Nachsorge ausläuft, möchte ich weiterhin die Möglichkeit so einer Anlaufstelle nutzen können. 

 

Ich werde berichten ;)

 

 

 

 



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