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Mir reicht das

 

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Hier hab ich zum ersten Mal einen Artikel zum Thema Ernährung verfasst.

Mit dem Projekt "Buch" bin ich ja erstmal durch. Der Blog ist online und ich schreibe sobald ich Zeit habe :) Aber über die Weihnachtstage werde ich glaube ich nur lesen und nichts in mein Büchlein schreiben :)

 

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23 Mahlzeiten reichen mir

 

Allwöchentlich, wenn nicht sogar alltäglich stelle ich mir die Frage „was soll ich kochen?“. Koche ich heute das? Esse ich die Reste dann heute Abend oder morgen? Was gibt es morgen zum Frühstück? Sie kennen das, oder? Vor allem als Single fand ich es schwer abzuwägen, was ich wann essen soll, kann, darf oder muss. Aber auch jetzt noch. Unter der Woche wohne ich alleine, erst am Wochenende kommt mein Partner dazu. Also habe ich alle Freiheiten die man sich wünschen kann. Aber genau diese Freiheit macht mich wahnsinnig. Und wer kocht schon gerne für sich alleine? Naja, ich eigentlich. Aber genauso gerne würde ich auch nur eine Pizza in den Ofen schieben. Natürlich decke ich mit dieser Pizza die Grundnahrungsmittel ab (Kohlenhydrate aus dem Teig, Fette und Eiweiße aus dem Käse und das Gemüse nicht zu vergessen, evtl. auch die Fleischzulage von Thunfisch oder Salami). Aber, ausgewogen, geschweige denn gesund, ist das nicht. 

Was also tun?

 

 

Mein Freund hat mich auf eine tolle Idee gebracht: koche nur noch das gleiche. Nicht nur ein Gericht, nein nein, aber eine Anzahl an festen Gerichten die ich zubereiten kann, bei denen ich Routine habe, die schmecken und die ausgewogen sind.

 

Ok - Ich habe mich neulich an die Arbeit gemacht und überlegt, welche Gerichte quasi fester Bestandteil in meiner Küche sind. Was habe ich eigentlich immer im Haus und was ist saisonal meistens verfügbar. Wie viel Fleisch oder Fisch esse ich überhaupt und wann muss es auch mal schnell gehen. Ich kam am Ende auf 23. Von Salaten, über kulinarische Gaumenfreuden, zu den absoluten Dauerbrennern. Drei bis vier Gerichte hielt ich zum saisonalen Austausch offen, da ich, so glaube ich, im Winter eher selten einen Feldsalat mit frischen Erdbeeren kredenzen könnte. Ebenfalls habe ich mir meine unüberschaubare Ansammlung von Kochbüchern, Ernährungsheftchen, Einkaufsbeilagen und monatlich erscheinenden Hochglanzmagazinen für was-auch- immer-Food zur Brust genommen und alles durchgeblättert. Es sollten finale Entscheidungen getroffen werden. Was war mir neu, was habe ich noch nicht nachgekocht, was ist für meine Kochkünste unmöglich und was schmeckt mir überhaupt. Die Papiertonne hat sich gefreut. Von einigen Leckerbissen, die ich mal zum Grillen im Sommer ausprobieren kann oder wenn Gäste kommen, bleiben noch drei Gerichte übrig, die es eventuell auf meine Menü-Karte schaffen könnten. Etwas mit Chicorée, eine Rote-Beete-Kräuteröl-Feigen-Variation und noch etwas mit Chicorée.

 

Wieso aber dieser ganze Aufwand? Ganz einfach. Um meinen Alltag einfach zu halten. Ich zermartere mir regelmäßig die Birne, was ich wann essen könnte. Im Super- oder Bio-Markt stehe ich rum und versuche mich inspirieren zu lassen. Am Ende gibt es dann doch wieder Paprika mit Hack und Zwiebeln. Das vier Tage hintereinander und ich komme mir vor, als würden meine Geschmacksknospen um Hilfe schreien.

 

Mit diesen 23 Gerichten kann ich mir mein Leben um einiges leichter machen:

a)  Ich weiß immer, wo die Sachen im Super- oder Bio-Markt zu finden sind – ich spare also wertvolle Freizeit.

 

b)  Ich kann die Gerichte kochen, brauche also nicht ewig irgendwelche Rezepte auf deren Umsetzbarkeit prüfen, um nach evtl. drei Stunden doch eine Pizza zu bestellen – also auch wieder Zeit gespart.

 

c)  Ich kann mich darauf konzentrieren, diese wenigen Zutaten so bio, so, demeter, so regional und so superkalifragilistik-nachhaltig zubekommen, wie es geht! Und auf Dauer wirklich gute Lebensmittel zu mir nehmen, statt blind irgendwelche TK-Produkte zu schnappen, in der Hoffnung, dass sich dort noch irgendwelche Vitamine verstecken.

 

Also sollte ich dank dieser Herangehensweise auf jeden Fall zeitnah Zeit einsparen können und auch gesundheitlich profitieren. Doch am wichtigsten: der regionale Aspekt. Warum sollen für mich Lebensmittel angeschifft werden, die tausende Kilometer auf dem Buckel haben? Was passiert mit einer unreifen Frucht, wenn sie nicht am ihrer Pflanze nachreift? Warum muss mein Schnitzel in Massentierhaltung aus dem Ausland kommen? Wussten Sie, dass Paprika eigentlich nur von Juli-Oktober Saison haben? Müssen wir immer alles essen können? Bin ich der einzige der Steckrübe mag? :)

 

Aber zurück zu meinem Einkaufskorb. Natürlich bleibt auch Platz für Spontanität. Wenn ich Zeit uns Lust habe, dann kann ich experimentieren wie ich lustig bin. Aber in meinem Alltag kann ich diese festen Strukturen sehr gut gebrauchen. Mir reicht das. Versuchen Sie’s mal. Sie werden sicher staunen. Es müssen nicht die Übersee-Gemüsesorten sein, die in blanchierter What-ever-Cremé, vier Stunden mit Tannengrün geräucherte Straußen-Keulen sein. Was gibt es denn dann morgen? Mittwoch? Mittwochs mache ich mir Zucchini-Fenchel-Gemüse mit Sonnenblumenkernen und roten Zwiebeln im Ofen. Dazu Kabeljau oder Lachs - sogar mit Siegel und Zertifikat gefangen ;)

 

Ganz einfach also. Keine Ahnung ob ich das durchhalte oder ob ich nachher doch wieder 50 Rezepte habe... aber ich probiere es mal. (Die Rezepte versuche ich mal in PDFs zu packen und später hier anzufügen ;)

 



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