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Hallo neues Leben

Eine Woche später:

Auch die letzte Woche war grandios. Dienstagabend ist mir etwas aufgefallen: ich brauche nicht mehr in mein altes Leben zurück! Ich werde keinen „kontrollierten Umgang“ mit Alkohol haben. Ich werde nicht in meinen alten Beruf zurück. Ich werde nicht mehr das Fitness- Level von vor 7 Jahren haben. Und das ist gut. Es nimmt mir den Druck. Es nimmt den Druck etwas „wieder“ können / leisten zu müssen. Jetzt gehe ich einen neuen Weg. Ohne Regeln. Ohne Vorgaben. Alles was ich machen werde, ist neu. Ich kann mich ausprobieren. Mich neu erfahren. Ich muss nicht „wieder“ DER Mathias werden. Ich bin Mathias. Mit allem was war. Keine Frage. Aber ab heute, ab jetzt, mit jedem neuen Schritt, geht Mathias einen neuen Weg. Und das muss noch nicht mal „mein Weg“ sein. Es ist irgendein Weg. Eventuell ist jemand diesen Weg schon mal gegangen. Eventeull nehme ich neue Ausfahrten, Abzweigungen und sogar Umwege. Aber es wird ein neuer Weg sein. Ohne Vorschriften und Zwänge. Ohne den Druck wieder wie vorher zu funktionieren. Wie auch? Ich kann nicht wieder da anfangen, wo ich vor ca. 6 – 10 Jahren war. Das ist überhaupt nicht möglich. Aus all dem was bisher geschah, mache ich etwas neues.

Für mich noch nie Dagewesenes. Also! Abmarsch! ☺

 

 

Architektur und Gartenbau

Mit meiner Therapeutin bin ich ja gerade noch in meiner Kindheit. Hier haben wir schon gesehen, dass sich ein Schamgefühl besonders heraussticht. Das habe ich alles aber schon mal durchgekaut... und für mich verpackt und weggestellt. Ich glaube eher, dass meine Erlebnisse von 2011-12 ausschlaggebender sind. Hier hatte ich Stress bei meinem damaligen Arbeitsgeber mit den Kollegen und mit meinem damaligen Freund. Ich glaube durch diese Stressoren wurden zum einen die „alten Geister“ geweckt und wieder aktiviert. Durch den Terror von Job und Freund kamen noch mal neue dazu. Hier denke ich ist eine Art Trauma entstanden. Es hatte alles mit starker Unsicherheit und Selbstzweifeln zu tun. Und ich meine, dass sich diese exponentiell gesteigert haben bzw. gegenseitig aufgeschaukelt haben. Tagsüber Stress am Arbeitsplatz, abends entspannen wollen, aber wieder Stress mit dem Freund, schlecht schlafen, mies gelaunt zur Arbeit, weiterhin Stress (...) ... Hallo Teufelskreis. Und dann noch der Alkohol als Stressor dabei. Fantastisch. Das konnte ja nur schief gehen. Und statt beim Arbeitsplatz reinen Tisch zu machen, hab ich die Schuld bei mir gesucht. Dann wurde ich gekündigt, dann hat man sich geeinigt und ich hab mir n neuen Job gesucht.

Aber meine Probleme von dort blieben in mir. Ich habe sie nicht geäußert geschweige denn geklärt. Der Stress mit dem Freund blieb. Auch hier bin ich den unteren Weg gegangen und habe mich nach ihm gerichtet, nur um so wenig Reibung wie möglich zu erzeugen. Nicht noch Öl ins Feuer gießen. Als das dann endlich

vorbei war, hatte ich immer noch diese Ängste und Befürchtungen und habe sie nicht mehr angefasst. Der Alkohol blieb. Unerkannt. Als Trost, Ablenkung oder Motivationssteigerung. Das habe ich natürlich nicht gemerkt. Das hat erstmal gedauert. Mindestens vier Jahre, fast fünf.

Ich glaube zwar, dass die Grundsteine für meine Selbstzweifel in der Kindheit gelegt wurden, und dass ich diese in den Jahren danach immer wieder aufgebaut und auch abgerissen habe. Aber ein stabiles Gebäude wurde auf jeden Fall 2011-12 errichtet. Das gilt es jetzt einzureißen. Ich finde es gut, dass sich aktuell darum gekümmert wird, zu erfahren, wo die Grundmauern stehen. Denen darf ich mir auch immer wieder bewusst werden. Aber das Gebäude muss weg! Es versperrt mir die Sicht auf die Umgebung. Vielleicht versteckt sich hinter dem Gebäude sogar ein toller Garten den ich schon seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr gesehen habe.

Gerade bildet sich in meiner Vorstellung ein richtiges Bild. Ein Traum-Bild: Ich stehe auf einer Wiese oder einem Vorgarten, vor mir steht dieses gruselige Gebäude. Dahinter ein verwilderter Garten mit Teich und angrenzend ein kleiner Wald. Oder ein tiefer, dunkler Wald. Der Vorgarten ist meine Fassade. Das was Leute von außen wahrnehmen, sozusagen der Satz: „Es geht mir gut“. Das Gebäude die Unsicherheit, Schamgefühl, Selbstzweifel und das alles. Der Garten spiegelt all die positiven Dinge wieder: Freude, Zuversicht, Achtsamkeit etc. Und der Wald vielleicht mein Unterbewusstsein und als Symbol für neu erlerntes. Und das Grundstück auf dem das alles steht bin ich, oder meine Psyche.

Ich möchte mich wieder um den Garten kümmern. Er soll einladend sein. Tiere aus dem Wald sollen in den Garten kommen und sich wohlfühlen. Zum Beispiel ein Vogel, der vorbeigeflogen kommt. Wie ein unterbewusstes Glücksgefühl. Oder eine Schildkröte, die sich im Teich niederlässt – was vielleicht eine Art der Achtsamkeit sein kann, die ich etablieren möchte.

Und nach und nach soll das Gebäude abgerissen werden. Die Ruinen dürfen stehen bleiben. Vielleicht wird ein Pavillon errichtet oder ein Wintergarten angebaut, von dem aus ich in den Garten schauen kann, die Tiere beobachten kann.

Eine schöne Vorstellung.

Abgesehen von dieser spontanen Wunschvorstellung glaube ich immer noch, dass ich hier in der Reha gut aufgehoben bin. Ich bin gespannt wie meine Bezugstherapeutin auf meinen Vorschlag reagiert, dass ich mit der Kindheit/Schulzeit abschließen möchte und mich um das kümmern will, was für 5-6 Jahren passiert ist, bzw. aus diesen Verhaltensmustern ausbrechen möchte. Dieses „Ausbrechen“ ist ziemlich beschreibend für meine Zustände wenn ich getrunken hatte. Dass ich arg gestresst war, sollte ja jetzt klar sein ☺ und über den Alkohol kam dann das Verlangen aus all dem auszubrechen. Mehr trinken, mehr feiern, mehr in die Szene, in die Clubs, Bars und Dark-Rooms, mehr

Dates über Chat-Portale. Hauptsache ausbrechen und diese Tretmühle und den Alltag verlassen. Das hat mich glaube ich am meisten gefrustet. Die Kollegen die einen ungerecht haben. Immer unter Kontrolle, keine Fehler machen, nicht empathisch oder menschlich sein. Immer 120% geben, gerne auch mehr. Würde ich heute nochmal zurück in die damalige Situation können, würde ich denen mal gehörig die Meinung sagen.

Oh, das mache ich jetzt. Ich schreibe einen Brief an meine Kollegen von damals.Dann brauche ich aber andere Namen... mmmh... wie nenne ich sie nur? Heidi, Doro und Tommy. Ich glaube damit komme ich klar.

Also dann mal los.

 

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Liebe Heidi,

 

es lange her, dass wir von einander gehört haben. Auch wenn wir anfangs ein ziemlich gutes Verhältnis mit einander hatten. Im Nachhinein war es für mich der reinste Stress mit dir in einem Büro zu sitzen. Ich habe mich ständig kontrolliert und missbilligt gefühlt. Ich glaube, dass du das die meiste Zeit überhaupt nicht gemerkt hast. Ich habe es auch gut kaschiert. Ich habe viel geschluckt. Und den Alkohol habe ich als Ventil genutzt.

Ach ja, das weißt du ja nicht, ich bin aktuell in einer Langzeittherapie wegen meiner Alkoholsucht.

Diese hat sich meiner Meinung nach während unserer gemeinsamen Arbeit entwickelt. Erst zur Betäubung, Ablenkung oder um einfach vom Alltag Abstand zu bekommen. Jahre später wurde es aber kritischer und ich hatte das Gefühl die Kontrolle zu verlieren.

Ich möchte dir hiermit nicht die Schuld geben. Ich hätte mir andere Ventile suchen können, mehr Sport machen oder laufen können, Yoga oder Meditation nutzen. Aber nun ja. Das Feierabendbier war einfacher. Verlässlicher. Aber jetzt nach gut sieben Jahren ist das Maß voll und ich gehe das Problem an. Ich bin jetzt auch schon seit knapp fünf Monaten trocken ☺ und bin psychisch/ seelisch auf dem Weg der Besserung. Ich wollte mir nur gerne was von der Seele schreiben. Vielleicht hilft es auch dir und deinen aktuellen Arbeitskollegen, falls du immer noch ähnlich drauf bist wie früher. Lass mal die Kirche im Dorf! Kein Mensch ist ein Roboter. Und gerade im Kundenservice kann man nicht nach Schema F arbeiten. Man muss sich immer neu auf die Menschen einstellen. Manche sind wohlwollend, andere weniger. Manche muss man in die Schranken weisen und über andere freut man sich, wenn ihnen geholfen wurde.

 

Ich verstehe, dass man Arbeitsprozesse braucht... ich habe auch lange genug Konzepte entwickelt und geschrieben, um diese Prozesse wert zu schätzen. Aber deine Art und Weise war stellenweise unerträglich. Ich hatte ständig Angst etwas falsch zu machen. Bei jedem Telefonat, das ich geführt habe und du mit im Raum warst, hatte ich Sorge, dass du dazwischen grätschst und mir den Hörer aus der Hand reißt. Ich glaube mich zu erinnern, dass ich dich schon mal darauf angesprochen

habe. Und es hatte sich glaube auch mal wieder gebessert. Du standst natürlich auch ziemlich unter Druck seitens der Geschäftsführung. Aber das kann nicht deine Entschuldigung für dein Verhalten sein. Und auch nicht meine für dich, dass ich dein Verhalten für „ok“ abwinke und es weiter ausgehalten habe.

 

Im Nachhinein war ich froh, dass ich gekündigt wurde. Ich hatte nämlich nicht die Eier in der Hose das selbst zu tun. Ich war so froh. Ich fand es zwar echt bescheiden, dass ich von der Geschäftsführung aus nichts sagen durfte, und von heute auf morgen nicht mehr da war... Aber es war sehr wichtig für mich, nicht mehr da zu sein. An meiner Motivation und meinem Arbeitseinsatz hat es nie gefehlt. Aber das Umfeld, mit dir, unserer neuen Onlineshop-Leitung und der Geschäftsführung war Gift für mich.

Ich möchte dich bitten, falls du es nicht schon tust, dich mit dem Thema der Achtsamkeit zu beschäftigen. Zum einen für dich: damit du dich wahrnimmst und schaust was dir gut tut, ohne es jemand anderem recht zu machen. Und zum anderen für deine Umgebung: damit du die Menschen wahrnimmst, wie du auf sie wirkst, nicht unterwürfig, nicht zu stark fordernd, mit Güte, Hoffnung und Zuversicht. Nicht zu sehr im vergangenem, nicht zu weit in der Zukunft sondern im Hier und Jetzt. Jetzt da sein, aufmerksam für dich sein und die Menschen um dich herum. Denn egal wie du dich fühlst, es färbt auf deine Mitmenschen ab. Sei gütig zu dir selbst, erlaube dir Fehler, bleibe verantwortungsvoll, aber erlaube auch anderen neben dir Verantwortung zu tragen. Du kannst nicht alles kontrollieren. Lass es sein. Und wenn du Hilfe brauchst, warte nicht bis du am Boden liegst und nicht mehr kannst. Den Fehler habe ich gemacht. Ich konnte irgendwann nicht mehr. Alles hat sich angehäuft. Altlasten von damals, vom nächsten Job und dem danach und den Beziehungen in der Zwischenzeit. Zum Glück habe ich einen Weckruf erhalten und kann mich jetzt in meiner Zeit um meine Defizite kümmern, um in der Zukunft mit mir besser zurechtzukommen. Ich möchte dir keine Einzelfälle nachhalten oder Kleinigkeiten vorwerfen. Das bringt mir nichts und dir auch nicht.

 

Ich möchte nur für mich stehen lassen, dass ich dein Verhalten damals nicht mehr gutheißen möchte oder als „sie hatte es ja auch nicht leicht“ ab zu tun. Trotz allem Stress den wir hatten, hattest du nicht das Recht mich so zu behandeln, wie du es getan hast. Und ich hätte das Recht gehabt, es auch anzusprechen. Das habe ich versäumt. Genau wie bei unserer Chefin. Aber sie hat in meinen Augen keinen Brief verdient. Bei ist für mich der Zug abgefahren. Bei dir, so hoffe ich, lässt sich noch was machen. Nicht dass ich mich versöhnen und wieder Kontakt haben möchte. Aber bei dir möchte ich das Kapitel abschließen. Bei ihr möchte ich es am liebsten verschließen, in einen Truhe packen und versenken.

 

Ich wünsche dir alles Gute und hoffe, dass du in der Zwischenzeit beruflich, familiär und privat zur Ruhe gekommen bist.

Ein schönes Leben noch ☺

 

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Wie geht es mir danach? Naja, ich muss das glaube ich erst einmal wirklich verinnerlichen, um damit abschließen und los lassen zu können. Aber beim Schreiben hat es sich schon komisch angefühlt. Ich wollte nicht zu böse sein. Ich wollte mich nicht zu sehr in das alte Gefühl reinsteigern. Und doch kam es ab und an hoch. Ich war kurz davor auf Kleinigkeiten, die sich ins Hirn gebrannt haben, wie Gesichtsausdrücke, Gespräche oder Gesten, rumzureiten. Aber dann habe ich mir vorgehalten, dass das Thema echt durch ist. Wenn ich es mich getraut hätte, hätte ich was ansprechen können. Wenn ich mich getraut hätte, hätte ich „Heidi“ informieren können, dass ich gekündigt werde. Aber aus Angst vor den Chefs und ihr und wie sie dann reagiert, habe ich es dann gelassen. Obwohl es mir bestimmt den Druck genommen hätte. Hätte-hätte-Fahrradkette... Es war anstrengend, ich war wütend, traurig, habe mich wertlos und überfordert gefühlt. Nicht von der Arbeit selbst, sondern wegen meiner „Kollegen“. Und nur darum sollte es gehen. Nicht um die Kleinigkeiten, sondern um das Grundgefühl. Und das war miserabel. Das wollte ich sagen. Das hab ich getan. Und auch wohlwollende Verbesserungsvorschläge. Da kommt natürlich wieder meine harmoniebedürftige Seite hoch. Ich kann nicht nur kontra geben. Ich muss danach auch Vorschläge machen. Meine Wünsche oder Vorstellungen äußern, damit das Kontra etwas gemildert wird. Damit verstanden wird, dass ich es ja auch gut meine. Und ich glaube hier liegt das Problem. Ich gehe von meinem Gefühl weg und verbessere die Leute.

Hier fällt mir eine Weisheit ein: Du kannst niemandem deine Wertevorstellung aufzwingen. Wenn du diese Werte hast, behalte und pflege sie. Aber anderen kannst du nur sagen, dass du das nicht gut findest, ggf. sogar, dass es dich stört und dass du dir Besserung wünschst. Du kannst niemanden ändern. Aber du kannst jeden ansprechen. Jeder kann zuhören. Was die Person daraus macht, ist ihre Sache. Aber erst einmal hast du es dir von der Seele gesprochen. Und das sollte das Wichtigste sein: kümmere dich um dich. Wenn du merkst, dass dir etwas nicht gut tut, sag es. Ob es sich bessert sei dahin gestellt. Aber du hast gesagt was los ist. Sprechenden Menschen kann geholfen werden. Und es ist dringend notwendig zu sprechen. Wir schweigen heutzutage viel zu viel. Wir googeln alles. Wir trauen uns nichts zu sagen. Verstecken uns hinter teuren Klamotten, einem muskulösem Körper oder einem fetten Körper, lassen uns die Lippen aufspritzen oder saufen unseren Frust weg. Schießen uns mit Drogen weg und/oder vögeln das Wochenende durch. Aber was wirklich in uns vorgeht, sprechen wir meist erst an wenn es zu spät ist.

 

Und dieses Muster kenne ich nur allzu gut von mir. Erst mal schauen, dass ich es selbst hingekommen. Oh, es klappt nicht. Alkohol. Oh es klappt immer noch nicht. Alkohol. Oh, es wird nie klappen. Alkohol. Alkohol. ... bis dann nur noch der Alkohol da ist und man gar nicht mehr weiß, wo vorne und hinten ist. Und dann versuch mal jemandem zu erklären, dass man eigentlich kein Alkoholproblem hat ☺

 

Das hatte ich mit einem Ex-Freund. Ich hatte echt das Gefühl, dass er dachte, wir hätten keine Probleme mehr,

wenn ich nicht mehr trinke. Das wir aber an sich tierische Probleme hatten (sowie ich als auch er) und die immer noch da gewesen wären, wenn ich nicht mehr getrunken hätte, konnte er nicht nachvollziehen. Ich möchte damit nicht sagen, dass er schuld daran ist, dass ich getrunken habe... Ich hätte auch mehr Sport machen können statt zu trinken, aber das hab ich halt nicht getan. Die anderen Probleme die wir hatten, hatten wir aber auch ohne Alkohol... das wurde natürlich nicht angesprochen. Es war nur wichtig, dass ICH ein Alkoholproblem hatte. Schräg. Aber ich kann mir vorstellen, dass das andere kennen. Damit will ich das Trinken bei Problemen in keinem Fall gutheißen! Aber mir fehlte die Kraft, mich um diese Probleme alleine zu kümmern. Ich wusste, dass er nichts tun wird. Wenn, dann hätte ich die Probleme lösen müssen. Dafür war ich aber nicht stark genug. Deshalb blieb der Alkohol.

Heißt das, dass ich jetzt stärker bin? Es hat sich doch gar nichts geändert... ich trinke doch “nur“ nicht mehr... das zeugt doch nicht von Stärke... Ich trinke ja eben deshalb nicht mehr, weil ich nicht „stark“ genug bin, mit dem Alkohol umzugehen... oder? So ein Quatsch! Gerade nicht zu trinken zeugt von Stärke. Stärke etwas auszuhalten, ohne Betäubung, ohne Ablenkung, ganz alleine, angreifbar, mit blanken Nerven, ohne Schutz. Das hat sich geändert!

 

Ich gehe mein Problem an! Ich darf mich zwar noch (in Ansätzen) schämen, aber ich brauche mich nicht zu verstecken. Ich muss meine Schwäche nicht mit Alkohol kompensieren. Auch nicht meine Unsicherheit, meine Schamgefühle oder sonst was... das ist stark! Und ich glaube das gibt mir gerade doch etwas Zuversicht.

 

Ich habe jetzt seit Mitte April, also fast ein halbes Jahr, ohne Alkohol „ausgehalten“. Und es waren nicht nur rosige Zeiten. Auch anstrengende, peinliche, unsichere Momente waren dabei. Und? Was ist passiert? Ich konnte es aushalten! Also bin ich doch schon stärker als vorher, oder?

Das hätte ich jetzt nicht für möglich gehalten ☺

 

‘Cause I’m strong enough

To live without you

Strong enough

and I quit crying

Long enough

now I’m strong enough

To know

you gotta go

(Cher) 

 



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