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Kopf-Kino

Nach einem nicht ganz so entspannten Wochenende, starte ich etwas gefestigter durch. Am Freitag habe ich mit meinem Freund nochmal über diese eskalierte Situation gesprochen. Hier scheint es jetzt wieder in den richtigen Bahnen weiter zu gehen. Am Sonntag habe ich meine Eltern ins Bild gesetzt. Nach einem kleinen

Schock haben sie aber eingesehen, dass eine Therapie das richtige ist und ich Schritt für Schritt alles machen soll. Therapie, Job, Weiterbildung. Alles ganz langsam. Nicht zu viel auf einmal.

 

Es ist Dienstag. Seit gestern habe ich einige Dokumentationen zum Thema Nachhaltigkeit, vegan leben, Plastik in den Ozeanen und Massentierhaltung regelrecht inhaliert. Ich glaube ich bin zu dem Schluss gekommen, vorerst, mich vegan zu ernähren. Erst mal für die nächsten 2-3 Wochen um zu schauen wie ich damit klar komme. Es gibt viele Punkte mit denen ich einer Meinung bin.

 

Durch diese ganzen Fehlentscheidungen (industrielle Nahrung, Massetierhaltung, Einsatz von Pestiziden, Medikamenten und und und) komme ich immer wieder zu meinem alten Wunschtraum: Eine Welt ohne Geld. Das klingt zu schön um zu wahr werden zu können. Das klingt für manche aber auch total verrückt. Eines der ersten Argumente die mir hier entgegengesetzt werden ist: Kein Geld? Wer arbeitet denn dann noch? Wozu arbeiten, wenn ich mir dann eh alles „leisten“ kann? Warum sollte jemand auf kleinem Raum leben wollen, wenn er in einer Villa hausen kann? Wer würde dann noch die „undankbaren“ Jobs machen wie Müllmänner, Putzen und so weiter?

Alles sehr egoistische Argumente. Das Problem dabei ist, dass niemand dem anderen vertraut. Jeder denkt von jedem, dass er faul wäre, asozial und nur an sich denkt. Andersrum glauben viele, dass sie selbst

zurückstecken würden, trotzdem etwas arbeiten würden, sich verwirklichen würden, nur das nötigste verbrauchen würden... und so weiter. Und genau dieses Vertrauen habe ich auch in alle anderen.

In einer Welt ohne Geld würde jeder Zugang zu allem haben. Beispiel Supermarkt. Ich hole mir alles was ich will. Taschen, Körbe und soviel ich tragen kann. Problem: ich kann gar nicht alles alleine essen. Viele Nahrungsmittel verderben bis ich sie gegessen hätte. Andere würde ich so ewig horten bis ich sie esse. Irgendwann kommt man dann auf die Idee: nur so viel holen, wie ich gerade brauche. Dann bleibt den anderen auch noch was. Beispiel Beschäftigung oder „Arbeit“: Jeder macht irgendwas, jeder kann irgendwas, jeder hilft in irgendeiner Art und Weise jemand anderem oder sorgt für seine Unterhaltung. Es geht nicht mehr um Jobs wie Social-Media-Manager oder Kassierer.

Eine zusätzliche Theorie finde ich auch interessant, wo ich sie gelesen habe, weiß ich leider nicht mehr. Es geht um die Idee, dass schon ab dem 14. oder 15. Lebensjahr und weit über das heutige Rentenalter „gearbeitet“ werden soll. Die Anzahl an potenziell arbeitenden Leuten, bzw. die Anzahl an Leuten die Aufgaben und Tätigkeiten übernehmen würden, wäre so hoch, das theoretisch jeder nur 4-6 Stunden die Woche „arbeiten“ bräuchte. Ich selbst habe mein Taschengeld mit Zeitungaustragen und Apothekendienst aufgebessert. Ich glaube das waren sogar knapp 4-5 in der Woche. Für die Schule lernen, konnte ich trotzdem und es hat mich nicht von anderen Aktivitäten und Sportvereinen abgehalten. Also möglich.

Ebenso für ältere Leute. Mein Opa hat noch bis ins hohe Alter gejagt (Wild, Hasen Fasane etc.), das ist auch eine Tätigkeit. Ich kann mir auch vorstellen, dass die Leute in Zukunft durch eine gesunde Lebensweise auch besser altern und fitter bleiben, also länger auch aktiv am Leben teilnehmen können.

 

Und überleg mal: 4-6 Stunden arbeiten die Woche! Im Gegensatz zu einer 40 Std.-Woche? Der Wahnsinn oder?

Es geht um Tätigkeiten wie Kinderbetreuung,Altenpflege, Transporthilfen, Lieferservice, Gartenbau, Erntehelfer, und viele kleine Tätigkeiten... auch Schauspieler tragen zum Leben und unserer Unterhaltung bei. Sie müssen nicht zusätzlich in Cafes jobben um sich ihre Brötchen leisten zu können. Eltern können sich um ihre Kinder kümmern, sich ihr eigenes Gemüse anpflanzen, Lebensmittel tauschen mit Nachbarn, Jugendliche können neben der Schule Webseiten bauen, um die lokalen Erzeuger in einer App abzubilden, so dass jeder Zugriff auf alle Lebensmittel in der direkten Umgebung haben kann. Man kann studieren ohne Sorge zu haben, die nächsten Semestergebühren nicht zahlen zu können. Die Forschung, und das finde ich aktuell am wichtigsten, kann grenzenlos forschen.

Immer wenn es um erneuerbare Energien geht, höre ich „das ist zu teuer“. Wenn es aber kein „teuer“ mehr gibt, dann kann unendlich geforscht werden! Wir können neue Wege finden die nachhaltig, umweltschonen, und effektiv sind. Wir haben Zeit uns um unsere Gesundheit zu kümmern. Präventiv gesund zu leben, um Krankheiten

vorzubeugen, statt einer Symptommedizin zu vertrauen. Ist es nicht besser erst gar keinen Krebs zu bekommen, als ihn behandeln zu müssen? Das kann eine gesunde Ernährung und Lebensweise schaffen. Nur wer hat da heute noch die Zeit und das Geld für? Und selbst dann ist niemand glücklich. Dann ist man gestresst und bekommt trotzdem einen Herzinfarkt oder Burn-out.

 

Aber wenn das Geld und die Gier nach mehr weg wäre? Und dann auch noch nur 4-6 Stunden die Woche arbeiten? Hammer! In der Theorie gab es auch etwas wie ein Stundenkonto. Da es ja Jobs gibt, die eher längere Zeiten in Anspruch nehmen können, wie im Baugewerbe oder in der Forschung, soll es Stundenkonto geben das mit Freizeit abgegolten werden soll. Zum Beispiel: Eine Woche (5 Tage) am Stück arbeiten = ein Monat frei. Ich bin mir nicht mehr sicher wie die Rechnung war, aber sie leuchtete ein. So konnten sich auch die eventuell faulen Leute entscheiden, ob sie „vorarbeiten“ und dann erst mal nichts mehr machen, um dann „Urlaub“ zumachen, verreisen etc. oder ob sie immer ein bisschen helfen. Und ich glaube, dass viele, obwohl sie ggf. schon ihr Arbeitspensum erledigt haben, eventuell trotzdem weiter machen, um zu helfen und weil es ihnen Spaß macht. Es gibt viele Leuten die sich mit dem Thema beschäftigen. Auch in Sachen Drogen, Sucht und Kriminalität. Viele Straftaten die mit Raub zu tun haben, würde es nicht mehr geben. Oder: Wozu Alkohol trinken? Ich habe keine stressige Tätigkeit, ich lebe gesund, habe viel Freizeit und bin sozial eingebunden. Oder andere Drogen. Ich glaube die würden nach einiger Zeit nicht mehr existieren. Drogen wurden immer zur

Wahrnehmungsveränderung, zur Entspannung, um dem Alltag zu entfliehen etc. verwendet.

 

In einer entspannten Welt ohne Geld, gäbe es diese Sucht evtl. nicht mehr.

Eventuell kämen wir dann auch auf den veganen Gedanken. Wir würden vielleicht die Massentierhaltung stoppen und den Regenwald erneuern. Wir kämen auf Ideen um uns an den Meeresspiegelanstieg anzupassen. Anzupassen! Nicht entgegenwirken! Ich glaube, dass man vielen Folgen des Klimawandels so oder so nicht entgehen kann. Daher glaube ich dass wir viel mehr Energie in eine Anpassung, statt in ein Entgegenwirken stecken sollten. Wir können nicht verhindern, dass sich Kontinente verschieben – dass es Erdbeben gibt. Aber wir können aus den gefährdeten Gebieten ziehen. Warum macht das keiner? Zu teuer. Wo sollen die Leute hin? Das gleiche mit Gegenden in Ostdeutschland die (jedes Jahr) überflutet werden. Warum wohnt man da? Warum nehmen die Leute es in Kauf jedes Jahr die Keller unter Wasser stehn zu haben? Weil sie keine andere Möglichkeit haben. Weil sie sich dort niedergelassen haben und dort auch nicht weg wollen. Idiotisch! Und immer wieder diese Nachrichten „Klimawandel, das und das Dorf überflutet“, ja sorry, genau wie letztes Jahr und das Jahr davor. Oder Störungen bei der Bahn, weil im Herbst durch Stürme Bäume auf die Gleise fallen. Ja, immer wieder das gleiche. Warum müssen die Leitungen auch so anfällig sein? Warum überlegt sich niemand etwas, um sich diesen Situationen anzupassen? Zu teuer! Natürlich gibt es immer wieder höhere Gewalt.  Damit muss man leben.

 

Aber jedes Jahr das gleiche Lied von „Jahrhundertstürmen“? Nur weil vorher noch nicht so gemessen wie heute. Heute weiß jeder über Facebook Bescheid wo gerade ein Sack Reis umgekippt ist. Es gibt Fotos, Videos, Tutorials wie man Reissäcke strickt und Instagram-Accounts von individualisierbaren Reissack- Alternativen... Kein Wunder dass wir glauben es wird schlimmer. Nein. Wir bekommen nur mehr mit. Wir werden über alles mögliche, mehrfach informiert. Und manches sind mittlerweile sogar Fake-News. Eventuell gab es in den Jahren 1349 – 1850 auch solche Stürme, nur weis es keiner mehr. „Aber von 1950 – 2017 gab es so was noch nicht!“, das sind noch nicht mal 100 Jahre. In der Zeitspanne kann man doch keine Klima- oder Wetterforschung betreiben! Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass der Mensch an vielem Schuld ist. Keine Frage. Aber warum fangen wir nicht mal an die offensichtlichen Probleme anzugehen? Das ist nicht der Wasserverbrauch von Spül- oder Waschmaschinen. Das ist der Wasserverbrauch von Massentierhaltung! (Verweis auf Studie). Das ist nicht meine Energiesparbirne in der Leselampe. Das sind die Unmengen an Strom, die für sinnfreie Industrialisierung von Schrott. Ich habe nicht gegen Industrialisierung im Allgemeinen. Aber die Menschheit hat es vollkommen übertrieben.

 

Und wenn es kein Geld mehr gibt, dann hat vieles ein Ende. Es werden keine Billig-Produkte mehr hergestellt, über die Weltmeere verschifft und am Ende auf Mülldeponien entsorgt. Vielleicht gibt es nur noch 1-2 Arten von Fernsehgeräten. Diese aber auf dem neusten Stand der Technik und vollkommen kompostierbar. Warum nicht?

Vielleicht ent-asphaltieren wir unsere Städte, weil nicht mehr so viele Autofahrer pendeln müssen. Hierdurch können neue Grünflächen entstehen. Vielleicht packen wir auf jedes Dach Solarzellen und versorgen ganze Viertel oder Dörfer nur mit der Sonnenenergie. Städte an Flüssen nutzen die Wasserkraft effektiv und umweltschonend. Ein einsamer Rentner in seiner 40qm- Wohung kommt in einen betreuten Wohnkomplex mit Mehrgenerationen-Wohnungen und kann nebenbei Kindern vorlesen oder an der Abendkasse eines Theaters die Tickets abstempeln. Die alleinerziehende Mutter gibt im eigenen Garten Workshops zum Thema Gurken einmachen oder Yoga-Stunden. Jeder kann sich irgendwie für die Gemeinschaft nützlich machen. Jeder profitiert vom anderen und umgekehrt. Warum muss jede Partei in einem Haus die eigene Waschmaschine haben? Eventuell würde man nie gleichzeitig waschen. So kann jeder die gleiche Maschine nutzen. Unhygienisch? Was macht denn das Waschmittel bitte?! ☺ die Möglichkeiten sind unendlich. Und auch wenn man nicht der gesellige Typ ist, der in einer Dorf- Stadt-Gemeinschaft leben will, hat seine Entfaltungsmöglichkeiten.

 

Natürlich müsste man sich eine gute Übergangslösung für bestehendes Eigentum einfallen lassen: Häuser, Wohnungen etc. Aber ich glaube dass wir Menschen clever genug sind, das zu schaffen.

Alles in allem denke ich, dass es ähnliches wie mit der Elektrizität oder den Telefonen sein kann. Mitte/ Ende 1800 konnte sich niemand vorstellen, dass jeder Haushalt elektrisches Licht haben wird. Die Leute

wussten nicht, was sie damit anfangen sollen, wozu das nötig sein sollte. Wenige Jahre später war es Gang und Gebe. Gleiches mit Telefonen oder Handys. Wir haben in der Regel einen Festnetzanschluss, eine Nummer im Büro, ein privates Handy und ein berufliches. Also mindestens vier Nummer unter denen wir erreichbar sind. Vor 100 Jahren undenkbar. Auch noch vor 50 Jahren, zumindest das mit den Mobilnummern. Die Leute dachten sicher: „Was? Das brauche ich nicht. Das funktioniert doch eh nicht. Das ist nur ein kurzer Trend. Das brauche ich nicht.“ Und schups... alle haben es. Also warum soll es auch nicht umgekehrt funktionieren. Mit dem Geld. Wenn man weiter spinnt und sich vorstellt, es wäre umgesetzt worden, würden die Leute in die Geschichtsbücher schauen und denken: „Wie primitiv. Wozu das ganze? Zuerst erfinden sie den Tauschhandel, dann Geld und dann schaffen sie es wieder ab. Was für eine Zeitverschwendung. Die haben die Erde fast komplett wegen des Geldes zerstört! Wie dumm waren die früher?“. Es kommt sicher vielen als Verzicht auf etwas vor. Aber in Wirklichkeit scheuen wir glaube ich nur die fantastischen Möglichkeiten die in uns stecken. Wir sind egoistisch und gierig nach mehr Macht. Und mit der Frage nach dem Preis, verbauen wir unsere Zukunft, die der kommenden Generationen und unseres Planeten. Wenn der einzige Preis nur noch Fleiß, Hilfsbereitschaft, umweltbewusstes Handeln und auch mal nicht-immer-nur-an-sich-denken ist, den ich bezahle, dann erhalte ich so viel mehr als Zahlen mit vielen Nullen dran. Eine saubere Umwelt, ein soziales Miteinander, Dankbarkeit anderer, etwas Frieden in einem drin, Selbstverwirklichung, ein gesundes Leben

 

mit Perspektive für künftige Kinder und Enkel und Urenkel. Weltfrieden? ☺

 

Warum haben wir das Bedürfnis etwas „besonderes“ zu sein? Warum schicken wir Selbstportraits von uns aus dem Urlaub, in der Badewanne, beim Essen in SocialMedia-Kanäle? Wir wollen Aufmerksamkeit. Wir wollen auch „berühmt“ sein, im Internet sein, mitmachen, nicht hinterher hinken, up-to-date sein. „Du hast kein Instagram?!!?“ Warum nicht? Warum sollte ich? Das hat doch heutzutage jeder... und so weiter. Total unnötig wozu diese Plattformen missbraucht werden. Aber, es gibt auch Accounts die gut sind. Urban-Gardening, Pflanz-Tipps für Großstadtmenschen, Terminlisten von Bio-Bauern und und und ☺ Mittlerweile wird es wieder hipp und salonfähig einen Schrebergarten zu haben oder zumindest seine Peperoni im Küchenfenster zu züchten. Die Bewegung macht kleine Schritte. Aber in die richtige Richtung. Vielleicht dauert es noch etwas, aber ich hoffe erlebe noch die Welt ohne Geld. Oh Mann :)

 

Das sollte auch nur ein kleiner Gedankenausflug werden.

 

Money, money, money
Must be funny - In the rich man’s world Money, money, money
Always sunny - In the rich man’s world Aha aha
All the things I could do - If I had a little money It’s a rich man’s world

(ABBA) 



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