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Der Aushilfsjob

Folgende Situation:

Mein Freund ruft mich an. Im Familienunternehmen gibt es spontan Personalmangel. Bis zum 07. Juli müssen eine bestimmte Anzahl von Teilen gepackt und versandfertig gemacht werden. Frage an mich, ob ich aushelfen kann. Beginn morgen oder übermorgen.

 

Ok, an sich kein Problem. Zum Hintergrund. Eigentlich wurde mir gesagt, dass in der Firma keine weiteren Angehörigen oder Familienmitglieder mitarbeiten sollen... um eventuellen Verstimmungen etc. entgegen zu wirken. Verständlich. Mit diesem Leitbild bin ich das letzte Jahr gefahren. Zum einen auch eine entspannte Situation. So komme ich nicht in die Bredouille irgendwann mal gefragt zu werden, ob ich nicht fürs Unternehmen arbeiten möchte. Berufliches und privates ist somit von vorneherein getrennt. Toll. Jetzt sieht es wohl anders aus. Aber dazu später mehr.


Jedenfalls fragt er mich und ist sich auch der Situation bewusst, dass ich a) nicht so viel dazuverdienen darf, weil ich sonst kein Arbeitslosengeld mehr bekomme und b) dass es ggf. zu früh bzw. vor der Therapie ggf. noch nicht passen könnte.

 

Wir legen auf. Er muss ins nächste Meeting, ich soll überlegen ob es hinhaut. Ich gehe alle Vor- und Nachteile durch. Finanziell, und organisatorisch. Bahnfahrten, zusätzliche Kosten, Datenvolumen, Nachkaufen von Datenvolumen, also weitere Kosten, lästige Kommunikation mit den Arbeitsämtern und und und... am Ende blieben mir ca. 100€. Ok, 100€ haben oder nicht haben... aber das wären ca. 10€ pro Arbeitstag a 8 Stunden... aus meiner Sicht eher nicht effizient. Abgesehen davon habe ich ein ungutes Gefühl bei der Sache... aber das lässt sich noch nicht ganz fassen. Ich schiebe die genannten Gründe vor und lehne ab.

 

Das war wohl nicht in seinem Sinne. Das berufliche Angebot wird persönlich genommen. Ich habe ein schlechtes Gewissen. Natürlich sind die Gründe recht banal. Aber ich mache einen entscheiden Fehler. Meine Gefühle lasse ich außen vor, behalte sie für mich, weil ich mir ihrer noch nicht sicher bin... allgemein bin ich mir unsicher jetzt doch im Betrieb zu arbeiten... auch wenn es „nur“ Lagerarbeit ist... die zumal eine Stunde mit der Bahn von mir entfernt liegt... ok, ich könnte zwischen manchen Tagen in Ennepetal bei ihm bleiben, klar, aber irgendwie wird es nicht rund. Er schreibt mir, dass er mich zuerst nicht fragen wollte. Er hatte auch ein komisches Gefühl dabei. Aber auf Drängen seiner Mutter und ja auch wegen meiner aktuellen Situation, wäre es doch perfekt... aber ich bin mir weiterhin nicht sicher. Die Situation eskaliert. Ich merke dass er bedrückt ist. Aber zu viel mehr kommt es nicht. Am nächsten Tag schreibe ich ihm nochmals, dass ich ein schlechtes Gewissen habe, aber glaube, dass wir das berufliche nicht mischen sollten, zumindest noch nicht.

Toll, sobald ich an mich denke und nicht vorhabe etwas zu tun, das mir ggf. nicht gut tut, aber anderen helfen kann, werde ich angefahren. Ok, ich habe ihm aber auch noch nicht klar gemacht, wie ich fühle. Das hätte ich

tun sollen. Er ist angefressen und enttäuscht von meiner Entscheidung.

Ich bin kein egoistischer Typ. Nach den ganzen Zeilen, und Ratschlägen der letzten Bücher versuche ich also an mich zu denken. Mich nicht zurück zu nehmen und wieder anderen selbstlos zu helfen. Und schon werde ich angefahren. Und dann noch von meinem Partner! Ich hätte mir keine bessere Situation aussuchen können, als hier an mich zu denken (Ironie). Es ist wirklich eine Ironie des Schicksals, dass ich gerade hier vor die Wand fahre. Ich fühle mich, als setze man mir die Pistole auf die Brust, ich habe keine Wahl. Ich bin gezwungen zuzusagen und stehe unter Druck etwas zu machen. Dann entscheide ich mich dagegen. Versuche zu tun was mir gut tut, oder zumindest besser tuen würde – und bums! FEHLER! Und wir sagen noch, dass wir es „nur“ beruflich nehmen. Und selbst auf beruflicher Ebene soll ich falsch liegen.

Da bekommt mein Selbstbewusstsein doch einen schönen Seitenhieb. Kaum kommt eine entscheidende Situation und ich entscheide mich wohl falsch. Von vorne bis hinten, in jeglicher Hinsicht.

Ich habe mich natürlich nicht bewusst dagegen entschieden, weil ich befürchtete dass es mir nicht gut tun könnte, mich dafür zu entscheiden. Aber unterbewusst ist da wohl mehr gelaufen als ich dachte... sonst hätte ich jetzt sicher nicht den Gedanken.

 

Das tolle an dem ganzen Hin-und-Her: nach einem Telefonat voller Druck, desillusionierten Erwartungen, Entrüstung, Ohnmacht und Heulen meinerseits ... bekomme ich die Nachricht, dass noch nicht ganz klar ist, ob Bedarf zur Hilfe besteht. Viel Wind um nichts? Oh Mann... ich bin gespannt... in sechs Stunden weiß ich mehr. Aber wenn ich die letzten 24 Stunden emotional, moralisch und das alles durch die Hölle gegangen bin und durch den Fleischwolf gedreht wurde, und es doch unnötig war und meine Hilfe nicht gebraucht wird, dann ... dann weiß ich auch nicht. Hab ich dann was gut? Ändert das was an meiner ursprünglichen, unreflektierten Entscheidung? Oder kann ich mich auf die surreale Situation der Sache berufen und sagen, dass ich in eine beschisse Lage gebracht wurde und falsch entschieden habe? Das ist auf jeden Fall Thema in der heutigen Selbsthilfe-Runde. Da möchte ich mal gerne von jemand außenstehenden Feedback bekommen. Jetzt gerade weiß ich nicht wie ich dazu stehen soll. Egal worauf es hinausläuft. Egal ob ich heut Abend nach Ennepetal muss um die nächsten Tage im Lager zu helfen, oder ob ich nicht gebraucht werde und zuhause bleiben kann.

 

Ein Schwebezustand zwischen schlechtem Gewissen, Erleichterung, Hoffnung und recht-haben-wollen. Ich kann die Situation jetzt noch nicht bewerten. Komme was wolle. Ich hab mich eh falsch entschieden. Ich kann mich nur noch fügen und zu sagen, sollte meine Hilfe doch von Nöten sein.

Ansonsten hab ich halt wieder Freizeit im Kalender stehen. Freizeit in der ich wieder lernen muss den Arsch hoch zu kriegen, mich zu motivieren und loszulegen.

Bewerbungen schreiben, Bafög-Anträge ausfüllen, Haushalt machen, mich sportlich betätigen, in der Sonne liegen und braun werden.

Toll, jetzt hab ich wieder keine Wahl mehr und werde fremd bestimmt. Eigentlich ein Konzept das ich ablegen wollte. Naja, ggf. ist das gerade noch nötig, da ich sonst immer wieder in mein Loch falle und depressiv auf dem Sofa liege. Trotz Sonnenschein und herrlichen Wetters. Ich weiß es nicht. Ich fühle mich benutzt oder in dieser Situation ausgenutzt. „Du hast doch eh nix zu tun“, also komm und mach was. Du bist depressiv weil du den Arsch nicht hochbekommst oder umgekehrt? Toll, komm her und mach was – dann bist du abgelenkt und nicht mehr depressiv. Mir wird keine Wahl gelassen. Denn wenn ich mich dagegen entscheide, wird es mir übel genommen. Egal welche Gründe ich vorlege.

Ich fühle mich, als habe ich tief in mir ein schlechtes Gefühl bei der Sache. Mir ist das nicht geheuer. Ich weiß nicht warum. Zum einen natürlich jetzt durch das Gespräch und dem Hin-und-Her. Aber auch im Vorfeld. Irgendwas stimmt hier nicht. Mir ist bewusst, dass andere Lösungen für die Firma zu teuer wären. Auch, dass andere ggf. Überstunden dafür machen müssten. Aber auf Grund der Tatsache, dass mir in Sachen Familienbetrieb gesagt wurde, dass hier keine Angehörigen involviert sein sollen, fällt es mir schwer mich jetzt doch zu einzubringen und Empathie zu zeigen. Das letzte Jahr habe ich so verbracht und gedacht, dass ich mich nicht einbringen brauche, da ich dort eh keinen Fuß fassen soll.

 

Schon allein der Firmenphilosophie nach. Und abgesehen davon habe ich auch schlechte Erfahrungen gemacht, mich in die Berufswelt der Partner einzubringen und mitzumachen. Aber jetzt halt doch. Und ich soll von jetzt auf gleich aufspringen und „YEAH!“ rufen. Ja Mann! Ich mach mit, tschakka, wir holen die Kuh vom Eis.

 

Ich meine, mein Partner hat meine uneingeschränkte Unterstützung, keine Frage. Ich frage nur, ob es zu viel verlangt ist, sich auch mal in meine Lage zu versetzen? Ich weiß, dass ich das von keinem verlangen kann. Aber umgekehrt? Warum dürfen das andere immer von mir verlangen? Warum werde ich angeblafft sobald ich mal nicht mitspiele? Andersrum dürfen andere immer fordern? Ich aber nicht? Ok, er unterstützt mich finanziell. Aber sollte das mit auf der Waage liegen? Und, wenn ich für ihn arbeite, dann bezahlt er mich doch auch wieder? Gewonnen hat er da nur eine günstigere Arbeitskraft... Ich weiß dass man nicht für seinen Job brennen muss um ihn auszuführen. Aber warum muss ich jetzt auf einmal doch was machen? Zuerst wird mir gesagt, dass er mir bis zur Therapie und währenddessen unter die Arme greift. Der Druck der Jobsuche ist genommen. Ich kann mich auf mich konzentrieren. Und ein paar Wochen später wird sich beschwert, dass ich mir keine bezahlte oder unbezahlte Beschäftigung für die Zwischenzeit suche. Egal ob ich noch drauf zahle oder plus/minus/null rauskomme.

Was soll ich tun? Den Ratgebern folgen und auch mal „nein“ sagen? Sich Zeit nehmen und besinnen? Schließlich hat das in der Vergangenheit schon wahre

Wunder gewirkt. Ohne diese Zeit hätte ich nicht meine Alkoholsucht erkannt und anerkannt. Und jetzt soll ich die übrige Zeit die mir bis zur Therapie bleibt doch wieder mit etwas füllen, das mir ggf. nicht gut tut, mich stresst, unter Druck setzt, mich ablenkt und und und?

Ich weiß, dass meine Entscheidung auf privater Ebene nicht richtig war. Aber so habe ich die Entscheidung ja nicht gefällt.

 

Oh, wir haben gerade nochmal telefoniert... ist zwar nicht in trocknen Tüchern, aber wir lassen das mit der Aushilfe. Haben jetzt schon Stress genug gehabt.

Mein Ende vom Lied ist, dass er mich gar nicht hätte fragen sollen. Auf sein Bauchgefühl hören, es nicht der Mutter recht machen und mich nicht in diese Situation bringen sollen.

Weiterhin quält mich der Gedanke, was jetzt seine Eltern von mir denken. Er selbst meinte, dass es ein guten Zeichen sei, dass die Firmenphilosophie wohl gerade, zumindest etwas, gelockert werden würde. Ich hoffe meine Entscheidung ändert nichts an diesem Weg. Schließlich hat mich ja eben diese Einstellung dazu gebracht ein schlechtes Gefühl zu haben. Ich finde, dass das zeigt, dass die Einstellung geändert werden sollte, damit es zu solchen Situationen nicht mehr kommt. Mein Freund sieht es genau andersrum. Gerade weil es so scheint, als würde sich etwas ändern, sollte man den kleinen Finger nehmen, in der Hoffnung, dass mehr draus wird. Nur war das ja genau nicht mein Ansporn. Ich hätte nicht gedacht, dass was draus wird, wegen dieser Philosophie. Zumal ich meine Zukunft auch nicht im Lager sehe oder im Vertrieb des Unternehmens sehe. Bzw. nicht sehen konnte. Diese ganzen beruflichen Aspekte hätten nicht in meine Entscheidung einfließen sollen, da genau diese verhindert haben, dass ich mich dafür entscheide.

 

Natürlich ändert das nichts an meiner schrägen Entscheidung. Aber die Situation war ebenso schräg. Zuerst wollte er mich nicht fragen, dann fragt er mich, aber eher so la la von wegen es würde auch so gehen, aber es wäre schon besser wenn ich helfe... dann geben wir uns Bedenkzeit... aber er plant mit der Familie schon wie was wie laufen kann, werfen Pausenpläne um etc. ... und zum entscheidenden Telefonat haben wir zwei Positionen: ich mit einem unsicheren Nein, er in der Erwartungshaltung eines JA inkl. bereits geplanten Prozessen. TADAA... das konnte doch nur schief gehen. Und jetzt ist er auf der persönlichen Ebene geknickt. Ich genauso.

Natürlich hätte ich gleich sagen sollen, dass mir unwohl dabei ist, dass ich nicht glaube, dass mir das gut tut, dass ich noch nicht auf einem Level bin, auf dem ich das machen kann. Aber ich kann mich nicht so schnell reflektieren. Ich brauche dafür Zeit. Ich kann nicht innerhalb einer Stunde von Telefonat zu Telefonat in mich horchen und erfahren was in mir vorgeht und warum ich etwas nicht kann oder mich nicht für etwas entscheiden kann. Ich bin nicht so schnell. In dieser Situation konnte ich nur versagen. Außer ich hätte um Geduld gebeten. Aber das kenne ich nicht. Ich kann selten, aus einer solchen Situation meinen Vorteil ziehen oder klar machen, dass ich Zeit brauche. Ich möchte es ihm dann so schnell es geht recht machen. Das geht aber nicht. Nicht wenn es mir dabei nicht gut geht. Und das hab ich ihm gestern nicht zu verstehen gegeben. Das habe ich verheimlicht. Weil ich mich schämte und dachte ihm etwas beweisen zu müssen. Ich habe versucht mich hinter wackligen Argumenten zu verstecken. Und das war eine Selbstschutzreaktion, um nicht meine Gefühle preis zu geben. Ein erlernter Mechanismus aus der Vergangenheit. Stress? Alkohol! Ausweglose Situation? Alkohol! Wie es mir dabei geht? Dringend verbergen – Alkohol trinken. Nichts erzählen. Betäuben. Es mit mir selbst ausmachen...

Das bringt niemanden weiter. Vor allem niemanden in einer Beziehung. Da kann es nur Stress und Unverständnis geben. Ich muss aus dieser Schutzmauer raus. Ich vertraue meinem Partner. Ich liebe ihn. Ich glaube an ihn. Aber ich möchte immer noch nicht schwach vor ihm erscheinen. Auch wenn ich es gerade bin.

Das muss sich ändern. Das wird sich ändern. Wenn nicht vor der Therapie, dann erhalte ich währenddessen bestimmt gute Anleitungen wie ich solche erlernten Muster wieder verlernen kann und aus diesen schlechten Mustern ausbrechen kann.

 

So gesehen war seine Entscheidung, mich zu fragen, gut. Ich kam in eine Stresssituation. Und ich merke, dass ich nicht rational entschieden habe. Aus Selbstschutz, Angst und Unsicherheit. Wenn er mich nicht gefragt hätte, oder ich sofort ohne wenn und aber zugesagt hätte, wäre mir mein emotionaler Zustand nicht klar geworden. Ich bin noch nicht so weit. Dafür brauche ich mich aber auch nicht schämen. Tu ich gerade aber. Verständlich. Ist es das? Für jemanden bei dem alles glatt läuft sicherlich nicht. Für mich ist es das aber. Also läuft wohl nicht alles glatt bei mir. Ich merke, dass ich die Entscheidung bzw. solche Entscheidung gerade wohl nicht korrekt treffen kann. Ich bin nicht in der Verfassung klar und deutlich ohne Scham meine Gefühle oder Befürchtungen zu äußern. Ich will meinem Partner natürlich nichts vormachen. Aber ich merke, dass ich versuche vor ihm stark zu wirken. Obwohl ich es gerade nicht bin. Auch eine Art von verheimlichen und nicht eingestehen. Ähnlich wie beim Alkoholproblem. Nun gut, das hat sich ja gelöst. Jetzt müssen die tieferliegenden Probleme angepackt werden.

Die Therapie wird also nicht umsonst sein.

 

Mir war glaube ich klar, dass mein Problem nicht „nur“ der Alkohol war. Aus dieser Unsicherheit heraus habe ich aber nicht aufgehört zu trinken. Schließlich hätte ich dann ja noch immer meine Probleme. Mit dem Alkohol waren sie immerhin erträglich, ließen sich verbergen, betäuben und ausblenden... für eine gewisse Zeit zumindest. Jetzt ohne Alkohol bleiben nur noch diese ausschlaggebenden Probleme. Und ich habe keine Möglichkeit sie erfolgreich zu verbergen. Das haben mir die letzten 24 Stunden gezeigt. Ich muss sie zugeben, zu ihnen stehen und daran arbeiten.

Natürlich wäre es dahingehend gut, jetzt doch in Ennepetal auszuhelfen. Andererseits wäre das sicher

ein Schritt zu viel in zu kurzer Zeit. Einen Schritt nach dem anderen. Darauf hatten wir uns vor ein paar Wochen geeinigt. Das sollten wir beibehalten und die Spielregeln nicht im Verlauf anfangen zu ändern. Ich brauche in dieser Hinsicht eine Struktur, einen Plan an den ich mich halten kann. Und ich sehe, sobald der Plan umgeworfen wird, fliege ich aus dem Spiel. Diese akute Situation hat mich komplett aus der Bahn geworfen. Ich war nicht vorbereitet. Habe dicht gemacht und irrelevante Dinge vorgeschoben, um in meiner Komfortzone bleiben zu können. Mir ist klar, dass das nicht mein Zukunftsmodel sein kann. Aber ich sollte dazu stehen, dass es in diesem Moment nur in diesem langsamen Tempo weitergeht. Ich befinde mich zwar nicht auf dem Standstreifen oder trete auf der Stelle, aber ich kann mich gerade nicht mit hoher Geschwindigkeit fortbewegen.

Ich hasse Stillstand und das Warten.

Am liebsten wäre es mir, wenn ich das gröbste schon überstanden hätte. Aber ich merke, dass ich meinen Akku noch nicht so schnell wiederaufladen kann, wie er sich verbraucht. Deshalb sollte ich mich in Geduld üben. Das macht mich zunehmend ungeduldig.

 

Ich weiß dass nicht jeder Tag Sonnenschein sein kann. Regen ist auch mal ok. Und das klappt am besten wenn man vorbereitet ist und einen Regenschirm dabei hat. Und so sehe ich die Therapie für mich. Mir wird gezeigt wo der Regenschirm ist und wie ich ihn einsetzen kann.

Zur Zeit habe ich keinen Regenschirm. Ich habe eventuell eine Schirmmütze. Aber die fliegt bei Gegenwind immer wieder runter. Fällt auf den Boden, wird nass und schützt dann nicht besonders gut gegen den Regen.

Aber da muss ich durch. Der Laden in dem es Regenschirme gibt, ist nicht weit weg. Ich sehe den Laden zwar noch nicht. Aber ich weiß, dass ich ihn bald erreiche. Und ich bin sehr dankbar, dass mein Partner es schafft, seinen Schirm ab und an über mir aufzuspannen. Auch wenn ich so dämlich bin und es nicht immer schaffe unter dem Schirm zu bleiben, sondern zum Laden rennen zu wollen.

Aber mit jedem mal nass-werden, werde ich schlauer ☺Oh, ich meine „nass“ natürlich nur in der beschriebenen Metapher. Nicht „alkohol-nass“.

 

 

I can make it through the rain
I can stand up once again on my own
And I know that I’m strong enough to mend
And every time I feel afraid

I hold tighter to my faith

And I live

one more day

and I make it through the rain

(Mariah Carey) 

 




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