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Kapitel 1

Am Anfang habe ich noch versucht in Kapiteln zu denken. Das hat mich aber blockiert. Ich habe immer wieder mit neuen Ansätzen begonnen und sie mir persönlich als „Einschub“ in meiner Datei markiert.

 

Das meiste waren eher thematische Überschriften, Zeiten oder ein Datum... und da ich es auch mit Satzzeichen nicht so eng nehme, sollte ich das Konzept von Kapiteln komplett über Bort werfen, oder?

 

 

Aber es sieht wirklich aus, als hätte ich viel zu sagen in diesem Buch ;-)

 

Sollte es eine Fortführung geben - sozusagen “ich bin doch kein Alkoholiker zwei Punkt Null” oder “Alki, jetzt erst recht” oder “Nach dem Rückfall ist vor dem Rückfall” oder “Punkt Punkt Komma klar” - werde ich mir die aller größte Mühe geben, schöne normale Kapitel zu schreiben. Bisdahin viel Spaß mit dieser anderen Art der Vorgehensweise.

Mein Verlag darf bitte alle diese Titel (siehe oben) rechtlich schützen :) 

 

 

Kapitel 1

Da hatte/habe ich doch tatsächlich ein Alkoholproblem.

 

Zuerst sollte der Titel “...schreibt ein Buch” lauten. A la: Mathias Seyen schreibt ein Buch. Damals bin ich noch nicht davon ausgegangen, dass ich erkenne das ich eine Alkoholsucht habe (Näheres zur Definition im Verlaufe der näcshten zweihundert Seiten :)

Ich wollte von dem schreiben, was mir gerade passiert ist: arbeitslos. Auf der Suche nach einem neuen Job. Und wie ich das meistere. Darüber wurden doch schon viele Bücher geschrieben. Warum sollte ich das nicht auch können? Dann war da aber noch mehr :) Ganz abgesehen von meinem nicht vorhandenem Selbstwertgefühl und der Hilflosigkeit auf dem Arbeitsmarkt. Am Ende war ich über ein halbes Jahr trocken und hatte seit gut einem Monat nicht mehr geraucht. HA! gerade ich! Nicht rauchen! Das hätte ich mir selbst nicht geglaubt. Ich war das Paradebeispiel für Konsum. Immer ein Kölsch in der Hand. Eine Zigarette in der anderen und locker 2-3 Bier bereits intus.

 

Was noch alles passiert ist, folgt nun. Und den Anfang macht das Intro, dass ich im Februar 2017 zusammen schusterte.

 

...schreibt ein Buch

Gedanken kommen mir meistens beim Spazieren. Die Idee für dieses Buch, und am Anfang hätte ich nicht gedacht, dass es eines wird, kam mir, als ich Recherchen für einen potentiellen neuen Job machte... ich schaute online Videos... (die drei Punkte werden noch öfters folgen... ich mag keine Spiegelstriche und deren Bedeutung ist mir nahezu unbekannt ☺). Während der Recherche dachte ich mir, bzw. wurde mir in einem Video gesagt „woher willst du das wissen, wenn du es nicht gemacht hast oder zumindest versucht hast?“ OK! Dann versuche ich etwas, das ich vorher noch nicht gemacht habe. Also schreibe ich ein Buch.

Am Anfang kamen mir die wahrscheinlich gleichen Gedanken wie jedem anderen auch: Was schreibe ich? Geht’s um mich? Wo fange ich an? Ab einem bestimmten Jahr? Eine Lebenserfahrung? Eine Erinnerung? Sage ich wer ich bin? ...was ich mache / machte / vorhabe zu machen? Ändere ich meinen Namen? Die Namen der anderen? Interessiert es die Leute, dass ich in Köln wohne? Sollen auch Fotos dazu? Job, Kindheit, Selbstbewusstsein? Alkohol? 30-werden? Jung, schwul, angeblich gutaussehend? Positiv? Anzahl der Männer im Jahr? Wo will ich hin? Hab ich ein Konzept? Schweife ich immer wieder ab? Was war die Frage? Ich mag Gin Tonic. 

 

 

Dann habe ich das alles zu meinem Intro gemacht ☺ Also wissen Sie jetzt ... oder Du weißt jetzt, wie meine Gedanken um dieses „Werk“ kreisten. Ich würde auch gerne beim „Du“ bleiben. Wenn Sie nichts dagegen haben ☺ Ich glaube ich bin in einer Zeit aufgewachsen, in der Smileys akzeptabel sind... daher würde ich diese im weiteren Verlauf auch gerne beibehalten.

Wo fange ich also an? Wahrscheinlich mitten drin... dazwischen an den Anfang, dann ein paar Jahre weiter, dann wieder ins jetzt, dann ggf. in die Zukunft und wieder zurück... viel Spaß also ☺ Dank meiner jahrelangen Dokumentation von Terminen und Vorhaben, kann ich dir an bestimmten Stellen die genauen Jahreszahlen, Monate und sogar Tage mitteilen, an denen die ein oder andere Gegebenheit in meinem Leben passiert ist. Aber ich will nicht autobiografisch werden. Tipps für ein evtl. schönes Leben möchte ich auch verpacken. Zumindest das, was mir passiert ist, oder das, was ich ändern sollte ☺ Also folgen auch einige Erfahrungen.

Widme ich dieses Buch jemanden? Ich glaube nicht... bzw. ggf. jedem der mir in meinem bisherigen Leben begegnet ist... sonst hätte ich ja nichts zu erzählen ☺

In diesem Sinne, Danke,

an alle die mich kennen oder die glauben hier Teil der Geschichte zu sein.

 

Den Intro habe ich also geschrieben. Super! Die Widmung auch. Toll! Und jetzt? Wegen dieser Frage bin ich erst mal spazieren gegangen. Diese tolle App um kleine Taschenmonster zu fangen, darf natürlich nicht fehlen. Schließlich möchte ich während der hoffentlich 5-7 Kilometer auch wissen, wann ich die 5km geknackt habe... außerdem muss ich noch zwei Eier ausbrüten... alle die wissen was gemeint ist, schmunzeln hoffentlich jetzt ☺ Für alle anderen: Es ist ein Spiel auf dem Smartphone. Wie dem aus sei: ich bin also unterwegs. Am Kiosk habe ich mir ein alkoholfreies Bier geholt, die Barfußschuhe sind da wo sie hingehören und ich gehe an den Rheinauhafen (Köln). Zuerst zur Südbrücke, dann die Pollerwiesen entlang bis Deutz und zurück Richtung Schokoladenmuseum. Eine schöne Strecke am Feierabend. (ca. 16:45h) Die Sonne geht über der Stadt unter, etwas Dunkelheit kommt, die Straßenlaternen nehmen ihren Betrieb auf. (es ist Februar) Der perfekte Moment um meine Gedanken kreisen zu lassen. Von A nach B mit Zwischenstopp bei F (stopp wird mittlerweile mit doppel-P geschrieben... danke Autokorrektur). Ich mache mir Gedanken über das Vornehmen „BUCH SCHREIBEN“. Aber eigentlich sollte ich mir Gedanken um das morgige Vorstellungsgespräch machen. Was ich anziehe weiß ich schon. Jeanshemd, beige Tuchhose, feine Schuhe und die tolle, teure Öko-Jacke... sieht zwar nicht so aus, aber ich weiß es.

 

Ich werde morgen zeigen und sage was ich kann... so sollte ich wohl denken, aber kann ich das? Hab ich so viel Selbstbewusstsein? Kann ich das was von mir verlangt wird? Wollen die mich nach dem Gespräch immer noch?

Sorgen um die Zukunft. Essentielle Sorgen, klar. Aber?! Wenn’s nichts wird, hat es wohl nicht sollen sein. Diese Weisheit haben mir meine Eltern mitgegeben. Und im Nachhinein hat es sich immer so erwiesen. Daher sollte ich vielleicht nicht ganz soooo aufgeregt sein.

Bin ich auch nicht. Ich schreibe ja jetzt ein Buch ☺ Aber ich weiß, dass ich fünf Minuten vor Gesprächsbeginn morgen früh tierisch nervös werden werde. So gut kenn ich mich. Daher wieder zurück zum Buch. Und zum Handy-Spiel ☺ Toll, ein kleines rosa, ballon-artiges Vieh ist aus dem Ei geschlüpft. Das hab ich aber schon gesammelt. Nun gut. Mein Freund hat in der Zwischenzeit auch schon angerufen. Zwar nur ein kurzes Gespräch, da er zu einem Geschäftsessen geladen ist, aber gut... Dass ich hier gerade anfange etwas zu schreiben eröffne ich ihm später ☺

 

Fazit vom Spaziergang

Ich ändere meinen Namen. Den von Freunden auch. Köln ist gut. An meiner Sexualität ändert sich nichts und ggf. interessiert es auch jemanden. Meine Erfahrungen aus Beziehungen, Missbrauch von Alkohol, Mobbing, depressive Phasen, Stress im Job und Ausgehtipps, Selbsthilfe-Trainings und all das andere, sollten genug Futter für ein Paar Seiten mit Softcover bieten ☺ Und kurz bevor ich zuhause angekommen bin, habe ich noch schnell über die App eines Lieferservices tolles Essen bestellt... geht’s noch dekadenter? Ja, ich weiß, ich hab alles im Kühlschrank zur Zubereitung eines fantastischen Mahls... aber... die Lust zu Kochen ist grad so minimal... da darf die Lieferung vom Thai-Länder gerne kommen

 

☺ ... die Buchstaben tippen sich wie von selbst... aber... soll ich so weiter machen? Nein!

Es kommen Erinnerungen an den Ex. Es kommen Zweifel an den nächsten Job. Soll ich Software verticken oder soll ich „Gedanken“ in die Welt bringen? Verbreiten... gute Gedanken vertreiben und über das Medium „Online“ andere Menschen erreichen die sich durch solchen Gedanken weiterbringen... mehr aus sich machen... mehr aus ihrem Umfeld machen... näher an ihr Ziel kommen... ??? Ja! Ich will diesen Job!!! Ich will kein „Produkt“ verkaufen... ich will, dass die Menschen nachdenken. Etwas tun! Etwas mit sich tun! Nachdenken! Entscheiden! Und nicht in die Glotze schauen und sich über „Kevin und Jaqueline“ beschweren. Dass sie sich mehr darum kümmern, was ihr eigenes Leben verbessern könnte... wodurch sich, ggf., das Leben der anderen auch verbessert, weil jeder, irgendwie, doch ein besserer Mensch werden möchte. Und so naiv bin ich. Ich glaube, dass jeder, für sich einzeln, sein Leben und das der anderen, verbessern möchte. Egal wie... nur anders/besser.

 

Wegen diesem „besser-machen-Gedanken“, hoffe ich, dass jeder, auf seine eigene Weise, sein Leben überdenkt. Aktiv. Nicht weil eins, zwei Pfunde zu viel auf den Hüften liegen. Nicht weil man 2-3 Euro mehr verdienen möchte. Mehr nur weil man möchte, dass es sich besser anfühlt. Weil man mehr Sinn in dem sehen möchte, was man macht. Und sei der Sinn noch so klein. Hauptsache der Sinn ist da. Und das ist der Grund, weshalb ich den Job machen will. Für etwas arbeiten, das Gedanken und

ggf. Hoffnung und Sehnsucht in die Menschen pflanzt.

Sehen wir es mal so / oder mal so wie ich es sehe:
Ich komme aus einer mittleren Klein- oder doch Großstadt... 250.000 Einwohner... früher mal ein nettes Zentrum... aber null Perspektive für einen grandiosen Job. Null Perspektive für mich... daher wollte ich nach Köln. Naja, eigentlich wollte ich nach Köln, weil mein damaliger Freund dort hin gezogen ist... aber dort boten sich für mich auch mehr Gelegenheiten. Also, ab nach Köln. Als Mediengestalter. Toll. Macht ja sonst keiner... also jeder... aber ich hatte einen Job. Und ich mochte ihn. Vorerst nettes Team, abwechslungsreich, und ob ich schwul war oder nicht, war jedem egal... also sagt man es auch erst mal nicht.

„ding dong“... da kommt der Lieferservice endlich... naja, pünktlich... und ich unterbreche meine Anfänge in Köln.

... Hähnchen und Erdnuss gehören einfach zusammen... und während dessen Hildegard Knef zu hören macht es noch intensiver. „Wer war froh, dass es dich gab?“ Eine Frage die mich sehr beschäftigt. Und die Antwort noch mehr. Aber dazu später mehr. Ich muss noch einen Verdauungsspaziergang machen. Dieses neue Thema „Buch“ beschäftigt mich. Und jetzt kommt Hilde mit dieser Frage. Gerade heute. Am 08.02.2017... dem Tag vorm nächsten Vorstellungsgespräch, dem Tag, an dem ich mir vorgenommen habe zu schreiben. Da kommt Hilde mit dieser Frage. Schreibe ich deshalb? Nein! Das Lied hab ich zwar vorher schon gekannt... aber

 

gerade als ich eine Pause mache, kommt dieses Lied. Passend. Oder? Oder ein Signal dafür, dass ich ggf. aufhören sollte? Wer soll das überhaupt lesen? Freunde, Verwandte, Fremde die mich nicht kennen? Ab wann ist man überhaupt fremd? Nur weil man sich nicht kennt? Ich denke, dass wenn man ähnliche Gedanken, Bedürfnisse, Sehnsüchte hat, ist man sich nicht fremd... ggf. liest du deshalb diese Zeilen? Um dich nicht allein mit deinen Gedanken zu fühlen?

Mir kam es jedenfalls bei vielen Büchern so vor... und bei Liedern wie von Hilde.

Lieder haben mich sehr in der Vergangenheit begleitet... kamen wieder, vergingen, waren wieder da oder blieben.

 

Wer rollt den Stein den Berg hinauf
Und gibt nicht auf und gibt nicht auf
Der Mensch, wer sonst wohl als der Mensch

Doch dass es gut war wie es war,
das weiß er hinterher
Dass es schlecht ist, wie es ist,
das weiß er gleich
17 Millimeter fehlten mir zu meinem Glück

Und schon warf’s mich tausend Meilen zurück

 

(Hildegard Knef) 

 

 

Wo war ich ☺ ach ja... vielleicht sollte das besser ein Blog werden :) Ein Buch drucken lassen, kann man ja später immer noch :)

 

 



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